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Regie: Martin Doll

Das NonnensuselTheater aus Pleisweiler-Oberhofen verdankt August Becker nicht nur seinen Namen, sondern seine Existenz. Denn Beckers bekanntester Roman ¨Die Nonnensusel¨ spielt in Oberhofen und wurde von der damals neu gegründeten Gruppe in den Jahren 2001 und 2002 in einer von Martin Doll geschriebenen und inszenierten Theaterfassung aufgeführt.

In der Pfalz ist August Becker wieder in die Erinnerung der Menschen getreten vor allem durch seine volkstümlichen Erzählungen, die zwar literarisch eher einfach gehalten sind, jedoch einen spannenden und sehr exakten Einblick in Landschaft und Leben, in Lieben und Arbeiten der Menschen des 19. Jahrhunderts in der Pfalz ermöglichen.

Dass August Becker darüber hinaus unzählige Geschichten und Gedichte, politische und journalistische Texte, Satiren und Spottverse geschrieben hat, ist den wenigsten bekannt. Vieles davon ist nie im Druck erschienen. Was lag für das NonnensuselTheater also näher, als sich nach dem 2003 aufgeführten Nestroy-Stück "Lumpazivagabundus" und der selbst verfassten Kriminalkomödie "Weyher" (2004) wieder mit den eigenen Wurzeln und dem 1828 in Klingenmünster geborenen Heimatdichter August Becker zu beschäftigen.

"…doch sing ich noch immer vom Rhein" – eine Hommage an August Becker erzählt das Leben des Dichters. Doch es ist nicht einfach nur eine Biographie, die im Sommer 2005 als Freilichttheater über die Bühne geht. Die Figuren der Romane und Erzählungen selbst werden lebendig und begleiten August Becker auf seinem Lebensweg.

Und nicht nur die ¨Helden¨ wie Nonnensusel, Hedwig oder Zigeunerstoffele treten in Erscheinung. Auch unbekannte Figuren aus vergessenen Texten beleben die Szenerie und führen den Zuschauer in die Welt des 19. Jahrhunderts.

So entsteht ein unterhaltsamer, vergnüglicher und manchmal auch melancholischer Bilderreigen über das oft schwierige und entbehrungsreiche Leben des Mannes, der gerne seinen Lebensabend in der Pfalz verbracht hätte. Was ihm im Leben nicht gelang, erträumte er sich in seinen Geschichten. Und so ist auch jener Satz zu verstehen, der zum Titel der Hommage an August Becker wurde:

"Und ging mir die Heimat verloren, doch sing ich noch immer vom Rhein."